Treppenform wählen: Gerade, gewendelt oder mit Podest
Die passende Treppenform richtet sich vor allem nach dem Grundriss, den vorhandenen Öffnungen und der gewünschten Nutzung. Dieser Überblick hilft, gerade, gewendelte Treppen und Podesttreppen voneinander abzugrenzen und die passende Variante für die Planung zu erkennen.
Gerade Treppe ohne Richtungswechsel
Eine gerade Treppe führt ohne Richtungswechsel von unten nach oben. Sie benötigt einen entsprechend langen, zusammenhängenden Laufbereich. Ob diese Form in Ihrem Gebäude möglich ist, hängt von den vorhandenen Raumverhältnissen, der Treppenöffnung und den Anschlüssen ab. Im Bestand können Türen, Verkehrswege und bereits vorhandene Bauteile die Entscheidung stark einschränken.
Gewendelte Treppe bei begrenztem Raum
Bei einer gewendelten Treppe übernehmen keilförmige Stufen den Richtungswechsel. Diese Form kann in Grundrissen sinnvoll sein, in denen ein gerader Lauf zu lang wäre oder die verfügbare Fläche eine andere Anordnung verlangt. Die genaue Ausrichtung hängt dabei vom Antritt unten, dem Austritt oben und den vorhandenen Öffnungen ab. Wichtig ist, den gesamten Laufweg und den Anschluss an das Gebäude gemeinsam zu betrachten.
Podesttreppe mit Zwischenfläche
Eine Podesttreppe verbindet mehrere Treppenläufe über eine Zwischenfläche. Das Podest kann einen Richtungswechsel ermöglichen und unterschiedliche Laufabschnitte miteinander verbinden. Ob diese Ausführung sinnvoll ist, hängt vom Grundriss, der Nutzung und der gewünschten Verbindung zwischen den Ebenen ab. Eine visuelle Darstellung allein genügt nicht: Auch Antritt, Austritt und die umgebenden Geschosse müssen berücksichtigt werden.
Was der Grundriss entscheidend macht
Betrachten Sie zuerst die Geschosshöhe zwischen den fertigen Fußböden sowie die Größe und Lage der Treppenöffnung. Danach prüfen Sie, wo die Treppe beginnt, endet und an welche Türen oder Verkehrswege sie anschließt. Im Neubau kann die Öffnung früh in die Planung einbezogen werden. Bei einer Bestandstreppe sind dagegen die vorhandene Decke und die bereits feststehenden Anschlüsse wichtige Ausgangspunkte. Notieren Sie daher, welche Elemente unveränderlich sind und welche angepasst werden können.
Nutzung und Alltag mitentscheiden
Neben den Maßen spielt die tägliche Nutzung eine Rolle. Achten Sie darauf, welche Bewegungsmöglichkeiten im Lauf, an Engstellen und am Übergang zwischen den Ebenen benötigt werden. Die gewählte Form sollte nicht nur geometrisch passen, sondern auch zur Nutzung des Bereichs und zu den vorhandenen Anschlüssen. Eine erste Auswahl lässt sich anschließend anhand von Grundriss, Geschosshöhe, Öffnung und Nutzung mit einem Fachbetrieb oder der zuständigen Planung prüfen.